Der Preis der Rache


Wiegt ein Verbrechen weniger, nur weil es bereits länger her ist?


Gleich an ihrem ersten Tag beim LKA Düsseldorf wird die junge forensische Psychologin Lupe Svensson mit einem besonderen Fall konfrontiert: Als Praktikantin des erfahrenen Ermittlers Otto Hagedorn soll sie den Fund eines fast 30 Jahre alten Skeletts untersuchen, dem ein Fuß fehlt. Otto hatte bereits 1975 in drei Mordfällen ermittelt, bei denen den Opfern jeweils ein Fuß abgetrennt worden war, zu einer Verhaftung war es damals nicht gekommen. Kann der Cold Case nun doch noch gelöst werden?
Die Ermittlungen führen Lupe und Otto zurück in eine faszinierende Ära der jüngeren deutschen Vergangenheit und zu einer ungewöhnlichen Mordserie …


MEHR INFOS ZUM BUCH



Der "Preis der Rache“ ist der erste Teil der Krimi-Reihe von Mathias Berg:

Gemeinsam mit ihrem Partner Otto Hagedorn löst die junge forensische Psychologin Lupe Svensson

Cold Cases in und um Düsseldorf. Dabei setzen die beiden sowohl auf Ottos Erfahrung

und Lupes Spürsinn als auch auf moderne Kriminaltechnik.


Mehr Infos, das Cover zum Downloaden, eine Leseprobe sowie eine Bestellmöglichkeit

gibt's auf der Homepage meines Verlags Droemer Knaur

Was ist das Besondere an diesem Kriminalroman?


Die Geschichte um den „Fußmörder“ wird aus der Sicht der Ich-Erzählerin Lupe Svensson erzählt. Lediglich die Rückblenden in die 1970er Jahre sind in der dritten Person. Die 1970er haben mich besonders interessiert und ich wollte unbedingt einen alten Fall aus dieser Zeit beschreiben. Damals war ich noch ein Kind und habe immer wieder auf der Bank und auf der Post diese Fahndungsplakate der RAF gesehen, die eine gewisse Faszination ausübten. Natürlich habe ich das noch nicht verstanden, worum es eigentlich ging, das kam erst später als ich „Der Baader Meinhof Komplex“ las und „Die bleierne Zeit“ anschaute. Ich war zugleich fasziniert als auch angewidert, mit welcher unglaublich rohen Gewalt diese Gruppe vorging, um ihre Ziele zu erreichen.

Ich wollte also einen Krimi schreiben, der in der Hochzeit des RAF-Terrors spielt. Es sollte aber kein Polit-Krimi werden, sondern die persönliche Geschichte einer Figur, die mit der RAF im engen Kontakt steht.


Wer ist das Ermittlerduo?


Lupe ist Ende 20. Groß. Attraktiv. Frech. Gnadenlos direkt und oft so ehrlich, dass es weh tut. Sie ist forensische Psychologin und interessiert sich für Psychopathen. Sprich, die bösen Jungs haben es ihr angetan. Sie ist eine außergewöhnliche Heldin, schräg und auf amüsante Art anders. Durchsetzungsstark und selbstbewusst, aber auch sensibel und unnahbar. Nähe ist nicht so ihr Ding, dafür aber die Psychologie des Verbrechens. Damit ist sie beim LKA genau richtig. Lupe ist ein sogenanntes „Wolfskind“ und wurde im Alter von zwei Jahren von der Polizei verwahrlost aufgefunden und es ist unklar, wer sie als Säugling versorgt und wieviel Zuneigung sie erfahren hat. Aber sie hatte Glück und wurde von einem Kinderpsychiater-Ehepaar adoptiert und aufgezogen – und das gab ihr den Namen „Lupe“, von lateinisch „Lupus“; der Wolf. Diese Figur fasziniert mich ganz besonders, weil ich es interessant finde zu verstehen, warum Menschen Verbrechen begehen. Ebenso wie Lupe will ich verstehen, was sie dazu getrieben hat, welche Motivation es gab: Warum ist der Täter zu einem Täter geworden?

Der jungen Praktikantin Lupe stelle ich einen altgedienten Polizisten an die Seite. Otto. Teilweise echt bockig, aber mit jeder Faser Polizist. Was ich an Otto ganz besonders mag, ist seine reiche Erfahrung als Mensch und Polizist, die ihm viele Ecken und Kanten gibt.

Die Konstellation „Alt & Jung“ finde ich spannend, zwei Generationen, die aufeinander losgelassen werden, mit unterschiedlichen Sozialisationen und Sichtweisen. 


Warum eigentlich Cold Cases?


Natürlich ist das besondere an Cold Cases, dass sie eben nicht aufgelöst wurde; sie schweben immer noch in der Luft und die Täter leben weiter, meist vollkommen unbehelligt. Aber Mord verjährt nicht und jedes Verbrechen verdient es, aufgelöst zu werden. Egal wie lange es her ist. Auf der Seite der Polizeiarbeit gibt es bei alten Fällen einen Sachstand in der Ermittlungsarbeit, an dem es damals nicht weiter ging. Eine wichtige Spur fehlte, oder ein entscheidendes Indiz. Zudem war die Kriminaltechnik noch nicht so ausgereift wie heute, allen voran die DNS-Untersuchung, mit der Täter heute überführt werden können. Als Autor ist für mich ein Cold Case auch deswegen so interessant, weil ich eine Zeitreise in die Vergangenheit machen und in eine Ära eintauchen kann, die ihre ganz eigenen Besonderheiten und Koordinaten besaß: Lebensstil, Musik, Kleidung etc. und die Themen und Reibungspunkte, die in der Gesellschaft vorherrschten und sie prägten. Gerade die 1970er Jahre waren ein spannendes Jahrzehnt mit erstaunlichen gesellschaftlichen Umbrüchen. Der Preis der Rache spielt übrigens im Jahr 1975, dem offiziellen „Jahr der Frau“.